Am Vortag beschlossen wir, heute um 0900h wegzufahren. Wir standen also früh auf, stückten auch früh und begannen uns für den Tag bereit zu machen. Irgendwie hat aber jeder vom andern geglaubt er sei noch noch nicht bereit, bzw. noch beschäftigt, so dass sich die Abfahrt bis um1100h verzögerte.
Die Fahrt führte uns zunächst über Cadenet, Lourmarin, einer Passstrasse über den Luberon nach Apt, einer kleineren Stadt, nördlich des Luberon. (Der Luberon ist ein von Westen nach Osten verlaufender Hügel).
Apt selbst hat nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten, dafür umso mehr Einkaufswürdigkeiten. Glücklicherweise schlossen die Läden bald nach unserer Ankunft zur Mittagsruhe, so dass sich der finanzielle Schaden in Grenzen hielt. Margrit erstand unter anderem eine Crépe-Pfanne und das dazu nötige Holzschäufelchen, mit welchem die Dicke der Crépe festgelegt wird.

Die Cathédrale Ste-Anne ist recht imposant, müsste aber mal innen neu gestrichen und herausgeputzt werden.


Die Fahrt ging dann weiter zum Colorado de Rustral. In dieser Gegend wurde früher Ocker abgebaut. Ocker wurde vor allem als Farbstoff verwendet und zeichnet sich durch seine Farbstabilität aus. Heute wird natürlicher Ocker, in den Farben gelb, braun und rot, fast nur noch für spezielle Restaurationsarbeiten verwendet.
Durch den Colorado de Rustral führen drei verschiedene Wege, einer mit einer Länge von 5.5 km, bzw. einer Wanderzeit von 3h und zwei kürzere. Wir entschieden uns für die längste Variante, nachdem wir dem Parkwächter versichert hatten, dass wir genügend Trinkwasser mitführen, nicht Rauchen und unterwegs kein Feuer entfachen werden.
Der Weg führte teilweise durch den Wald, durch lichtes Gebüsch, an einem Lavendelfeld vorbei,

zu verschiedenen Aussichtspunkten, von welchem die Ocker-haltigen Gesteine gut sichtbar waren und teilweise seltsame Formationen bildeten.


Die Hitze und die intensive Sonnenstrahlung begann recht bald zu drücken. Zwar hat‘s überall schattige Plätzli zum Ausruhen, aber es war und blieb halt einfach nur heiss und trocken.

Der Vorrat an Trinkwasser drohte schneller zur Neige zu gehen, als wird dies geplant hatten. Zudem legte Kala etwa den doppelten Weg zurück, da sie ständig vom Vordersten zum Hintersten der Gruppe rannte.

Am Schluss des Rundgangs befand sich eine eine Mineralwasser- und Eiscremetankstelle, die von uns und den übrigen Wanderern rege benützt wurde.
Zurück in Apt versuchten Simone und Marco zwei Liegestühle zu kaufen, fanden aber nichts geeignetes.
Die Fahrt zum Abendessen führte uns an der Pont de Julien, einer 2000 Jahre alten (sic!) Brücke vorbei.

Zum Nachtessen fuhren wir nach Lacoste, einem kleinen, an einem Hügel klebenden Dorf etwas ausshalb von Apt. Hier befindet sich auch das berühmte Schloss, in welchem einst der Marquis de Sade wohnte und sich austobte.
Kaum hatten wir in einem kleinen, hübschen Restaurant den Aperitif bestellt, mussten wir feststellen, dass Kreditkarten als Zahlungsmittel hier nicht entgegen genommen werden. (Wahrscheinlich ist dies das einzige Restaurant in ganz Frankreich, das eine solche Klausel in den AGB kennt.) Marco hat sich geopfert und fuhr zwischen Apéro und Salat ins Nachbardorf, in welchem, laut Serviertochter, ein Bankomat zu finden sei. Der Bankomat wurde zwar gefunden, dieser war aber ausser Betrieb, So blieb uns nichts andere übrig, als nach dem Essen nochmals nach Apt zu fahren und dort Geld aufzutanken.
Rückkehr gegen Mitternacht